Kündigung und Wechsel der Kfz-Haftpflichtversicherung

Der Versicherer, bei dem Sie Ihre Kfz-Haftpflichtversicherung abschließen, stellt grundsätzlich einen Dienstleister dar, der mit vielen anderen Dienstleistern auf dem Markt konkurriert. Im Umkehrschluss bedeutet das: Wenn Sie mit den gebotenen Leistungen oder mit der Höhe der Beiträge nicht zufrieden sind, haben Sie grundsätzlich das Recht, Ihre Kfz-Haftpflichtversicherung zu kündigen.
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Allerdings ist dies nicht zu jedem Zeitpunkt im Jahr möglich, zumindest dann nicht, wenn nicht bestimmte Voraussetzungen dazu erfüllt sind. Die wichtigsten Informationen zur Kündigung und einem eventuellen Wechsel Ihrer Kfz-Haftpflichtversicherung haben wir in den folgenden Zeilen für Sie zusammengestellt.

Zunächst stellt sich die Frage, wann überhaupt eine Kfz-Haftpflichtversicherung in Deutschland gekündigt werden kann. Grundsätzlich ist dies in vier verschiedenen Fällen möglich:

Zum Ende eines jeden Versicherungsjahres

Unabhängig vom Versicherungsbeginn besteht ein Vertrag zur Kfz-Haftpflichtversicherung in Deutschland in fast jedem Fall immer bis zum 31. Dezember des jeweiligen Jahres. Und genau zu diesem Termin hat der Versicherte das Recht, seine bestehende Versicherung zu kündigen und sich einen anderen Versicherer zu suchen. Die Frist für eine solche Kündigung beträgt in der Regel einen Monat. Sie müssen also Ihre bestehende Kfz-Versicherung bis Ende November kündigen, damit die Kündigung am 31. Dezember des Jahres wirksam wird, und Sie im Januar des darauf folgenden Jahres einen neuen Versicherungsvertrag bei einer anderen Gesellschaft abschließen können. Für eine solche Kündigung reicht übrigens ein formloses Schreiben an die jeweilige Versicherungsgesellschaft mit dem Wunsch, die Police zum 31.12. des Jahres zu kündigen. Gründe müssen Sie dafür nicht angeben.

Man spricht bei diesem Vorgehen auch von einer regulären Kündigung. Im Gegensatz dazu stehen die so genannten Sonderkündigungen, welche wir Ihnen im Folgenden auflisten:

Wenn ein Schadensfall eingetreten ist

Falls Sie mit Ihrem Fahrzeug in einen Schadenfall verwickelt waren, so hätten Sie also ein so genanntes Sonderkündigungsrecht. Dabei spielt es keine Rolle, wie hoch beispielsweise die Schadenssumme ist und wie die genaue Schadenabwicklung vorgenommen wurde. Ein bestehender Versicherungsvertrag kann in solchen Fällen immer gekündigt werden. Dazu sind allerdings bestimmte Fristen vorgesehen. Die Frist beginnt grundsätzlich dann, wenn die Schadenabwicklung abgeschlossen ist und beträgt in der Regel vier Wochen.

Wenn der Versicherungsbeitrag erhöht wurde

Erhöht die Versicherungsgesellschaft zu einem beliebigen Zeitpunkt ihre Beiträge oder nimmt Änderungen in den Vertragsbedingungen vor, genießt der Versicherte ebenfalls ein so genanntes Sonderkündigungsrecht. Auch hierfür gibt es allerdings festgelegte Fristen. Lässt man die Frist verstreichen, so gibt man damit in den meisten Fällen automatisch sein Einverständnis und akzeptiert die neuen Beiträge beziehungsweise Versicherungsbedingungen. Danach ist es also nicht mehr möglich, den Versicherungsvertrag noch zu kündigen. Meist beträgt die Frist zur Kündigung auch hier zwischen vier und sechs Wochen.

Egal, aus welchem Grund Sie Ihre Kfz-Haftpflichtversicherung kündigen, Sie sollten stets darauf achten, die Kündigung mit einem entsprechenden Nachweis abzuschicken, so dass Sie das Einreichen dieser bei Bedarf bestätigen können. Am besten eignet sich hierzu ein Einschreiben bei der Deutschen Post, idealerweise mit Rückschein, damit Sie ein entsprechendes Dokument in der Hand haben.
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Wenn das versicherte Risiko wegfällt

Hierbei handelt es sich sicherlich um den einfachsten Grund, eine Kfz-Haftpflichtversicherung zu beenden. Wird das betreffende Fahrzeug verkauft, endet damit auch automatisch der für dieses Fahrzeug abgeschlossene Versicherungsvertrag. Der Versicherte muss in einem solchen Fall die Versicherung noch nicht einmal explizit kündigen, es reicht bereits eine Mitteilung beziehungsweise eine Abmeldebescheinigung an die entsprechende Zulassungsbehörde, damit der Versicherungsvertrag automatisch endet. In diesem Fall fällt das versicherte Risiko weg, womit der Versicherungsschutz nichtig geworden ist und automatisch endet.

Dies gilt übrigens auch, wenn der Versicherte direkt nach dem Verkauf oder dem Abmelden seines alten Fahrzeugs ein neues erwirbt und versichert. Er ist in diesem Fall nicht mehr verpflichtet, die Kfz-Haftpflichtversicherung wieder bei der alten Versicherungsgesellschaft abzuschließen. Es steht ihm also völlig frei, sich einen anderen Versicherer zu suchen.

Worauf Sie als Versicherter allerdings achten sollten, ist der reibungslose Übergang des Versicherungsschutzes. Das bedeutet: der Schutz durch die neue Versicherung muss genau dann beginnen, wenn die alte Versicherung endet. Es darf keine Übergangszeit ohne entsprechenden Versicherungsschutz bestehen. Man sollte also Versicherungsende und Versicherungsbeginn ganz genau planen, so dass keine Lücke entsteht. Zwar unterliegen die Versicherer in Deutschland inzwischen einer so genannten Nachhaftungspflicht, was bedeutet, dass sie bis zu einem Monat nach Kündigung einer Versicherung mit einem gesetzlich geforderten Leistungsumfang haften, verlassen sollte man sich darauf allerdings nicht. Es ist in jedem Fall besser, die Versicherungen so aneinander zu legen, dass sich ein lückenloser Übergang zwischen altem und neuem Versicherungsschutz ergibt.