Wer sollte eine Teilkaskoversicherung für sein Fahrzeug abschließen?

Im vorangegangenen Artikel wurde bereits detailliert erläutert, welche Leistungen eine Kfz-Teilkaskoversicherung bietet. Sie erweitert den Basisschutz durch die Kfz-Haftpflichtversicherung um die Risikofaktoren Naturgewalten, Glasbruch und Diebstahl. Allerdings reguliert sie keine Schäden, die dem Versicherten bei einem selbstverschuldeten Unfall an seinem eigenen Fahrzeug entstanden sind. Die Teilkaskoversicherung ist somit eine Zwischenlösung zwischen dem gesetzlich geforderten Basis-Versicherungsschutz durch die Kfz-Haftpflichtversicherung und der Rundum-Absicherung durch eine Vollkaskoversicherung.

Doch für wen kommt eine solche Zwischenlösung infrage?

Ab einem gewissen Alter ist der Abschluss einer Vollkaskoversicherung für ein Fahrzeug nicht mehr rentabel. In diesem Fall liegen die Versicherungsprämien so hoch, dass der Versicherte im Laufe der Zeit mitunter mehr bezahlt, als er von der Versicherung im Falle eines Schadens ersetzt bekommen würde. Allerdings ist der Wert bei solchen Fahrzeugen oftmals noch so hoch, dass bei einem Diebstahl der Versicherte einen großen finanziellen Verlust erleiden würde.

Genau das sind Fälle, für die die Kfz-Teilkaskoversicherung prädestiniert ist. Wer also ein Fahrzeug besitzt, das ein Alter von etwa fünf bis sechs Jahren erreicht hat, für den ist eine Teilkaskoversicherung oftmals die beste Lösung. Allerdings kann man dies nicht komplett pauschalieren, es hängt in großem Maße vom Wert des Fahrzeugs ab. Bei sehr hochpreisigen Fahrzeugen beispielsweise kann ein Vollkasko-Versicherungsschutz auch noch in einem Alter von bis zu 10 Jahren lohnenswert sein.
Versicherungsvergleich
Es hängt also grundsätzlich vom Versicherten selbst ab, sich zunächst auszurechnen, ob sich ein Herabstufen vom zuvor abgeschlossenen Versicherungsschutz durch eine Vollkaskoversicherung auf eine Teilkaskopolice für ihn lohnt. Dabei spielen auch persönliche Faktoren eine große Rolle. Wie viel wären Sie beispielsweise bereit, im Falle eines selbstverschuldeten Schadens aus eigener Tasche zu bezahlen? Ist der Fahrzeugwert in Ihren Augen viel zu hoch, so dass Sie die Reparatur des Fahrzeugs unmöglich selbst bezahlen könnten, sollten Sie unter Umständen bei der Vollkaskoversicherung bleiben. Vorausgesetzt natürlich, die Beiträge stehen in einer gesunden Relation dazu.

Hat das Fahrzeug jedoch bereits so viel an Wert verloren, dass Sie bei einem selbstverschuldeten Unfall bereit sind, den entstandenen Schaden an Ihrem Fahrzeug aus eigener Tasche zu bezahlen, und Sie lediglich einen Schutz gegen Diebstahl, Vandalismus und Naturgewalten möchten, so ist die Teilkaskoversicherung das richtige Modell für Sie.

Wichtig in diesem Zusammenhang ist die Frage nach den individuellen Versicherungsbedingungen sowie der Selbstbeteiligung. Berücksichtigt die Teilkaskoversicherung beispielsweise, dass Sie Ihr Fahrzeug nachts auf einem abgeschlossenen Grundstück parken? Haben Sie die Selbstbeteiligung so gewählt, dass Sie sie in einem Schadensfall problemlos zahlen können? All diese Fragen sollten zunächst beantwortet werden, bevor eine Teilkaskoversicherung für das eigene Fahrzeug abgeschlossen wird.

Im Übrigen ist der Unterschied in der Prämienhöhe zwischen dem Standardschutz durch die Kfz-Haftpflichtversicherung und einer Teilkaskoversicherung in der Regel wesentlich geringer, als zwischen Teilkasko- und Vollkaskoversicherung. Im Umkehrschluss bedeutet das: die Differenz zwischen den Prämien von Teilkasko- und Vollkaskoversicherung kann mitunter sehr heftig ausfallen. Dies gilt besonders für hochwertige Fahrzeuge und solche in ungünstigen Typklassen. Man sollte also schon sehr genau rechnen, um herauszufinden, bis zu welchem Alter sich eine Vollkaskoversicherung für das eigene Fahrzeug wirklich noch lohnt.