Festlegen der Selbstbeteiligung

Obgleich die Kfz-Vollkaskoversicherung dem Autofahrer ein sanftes Ruhekissen verspricht, weil sie in nahezu jedem Versicherungsfall mit ihrer Leistung einspringt, können insbesondere kleine Schadensfälle, die der Versicherte selbst verursacht hat, hier für Verdruss sorgen.

Der Grund dafür ist folgender: bei den Versicherern ist es üblich, dass der Versicherte nach einem Schadensfall in den Versicherungsklassen etwas höher eingestuft wird. Er verliert also seinen bisherigen Schadensfreiheitsrabatt und muss fortan etwas höhere Versicherungsbeiträge zahlen. Das ist zwar ärgerlich, ohne diese Vorgehensweise würde jedoch das gesamte Versicherungssystem in Deutschland nicht in der gewohnten Art und Weise funktionieren.

Bei einem kleineren Schaden wirkt sich dieses Hochstufen allerdings besonders drastisch aus. Der Versicherte erhält beispielsweise von seiner Versicherungsgesellschaft einen Schaden von lediglich 500 € reguliert, wird dafür aber eine- oder zwei Versicherungsklassen höher eingestuft, wodurch er für die nächsten ein- bis zwei Jahre deutlich höhere Versicherungsprämien bezahlen muss. Rechnet man sich die Mehrkosten kann für diese höheren Versicherungsprämien zusammen, so ist der daraus resultierende Endbetrag wesentlich höher als die 500 €, welche die Versicherungsgesellschaft zur Regulierung des Schadens gezahlt hatte. Das Ganze ist also für den Versicherten im Endeffekt ein Minusgeschäft – er bekommt zwar seinen Schaden ersetzt, zahlt aber dafür mehr Geld.

Günstiger wäre es in diesem Fall für den Versicherten gewesen, den relativ geringwertigen Schaden in Höhe von 500 € aus eigener Tasche zu bezahlen. In der Folge wären die Beiträge für ihn nicht erhöht worden, und er hätte im Endeffekt Geld eingespart.
Versicherungsvergleich
Um solch kleinere Schäden für den Versicherten günstiger zu machen, gibt es auch in der Kfz-Vollkaskoversicherung eine Selbstbeteiligung. Diese erfüllt allerdings noch eine weitere Funktion: sie sorgt dafür, dass die Versicherungsprämien, auch ohne dass ein Schadensfall eintritt, für den Versicherten dauerhaft günstiger werden. Gerade in der Vollkaskoversicherung ist dies wichtig, da hier bei einigen Fahrzeugtypen die Prämien extrem hoch liegen. Allerdings kann auch die Selbstbeteiligung keine Wunder vollbringen. Für Fahrzeugtypen, die laut Statistiken besonders häufig in Unfälle verwickelt sind, und zusätzlich vielleicht auch noch leistungsstark und teuer sind, liegen die Versicherungsprämien für die Vollkasko bei einigen Gesellschaften derart hoch, dass auch eine Selbstbeteiligung von 500 € oder 1000 € diese nicht mehr effektiv senken kann. Solch hohe Selbstbeteiligungen sind sowieso eher die Ausnahme, üblicherweise werden hier 150 € oder 300 € festgelegt.

Worauf sollte man nun beim Festlegen der Selbstbeteiligung für die Kfz-Vollkaskoversicherung achten?

Im Grunde genommen ist die Antwort ganz einfach: legen Sie einen Betrag für die Selbstbeteiligung fest, den Sie im Ernstfall ohne Probleme und jederzeit aufbringen könnten. Manche Versicherte spekulieren damit, der Betrag für die Selbstbeteiligung im Ernstfall durch die Aufnahme eines Kredites beziehungsweise durch Überziehen ihres Girokontos aufbringen zu können. Rechnet man jedoch die Zinsen, die dadurch entstehen, hinzu, kann es durchaus passieren, dass das Ganze im Endeffekt teurer ausfällt, als wenn der Versicherte keine Selbstbeteiligung gewählt hätte. Genaues Rechnen und eine sorgfältige Planung sind hier also gefragt, um die für den Versicherten im Endeffekt günstigste Lösung zu wählen.