Verkehrsrechtsschutzversicherung

Wie bereits im Einleitungstext angedeutet, nimmt die Anzahl der Prozesse aufgrund von Streitigkeiten, die im öffentlichen Straßenverkehr entstanden sind, in Deutschland immer weiter zu. Kein Wunder: schließlich ist der Straßenverkehr einer der Orte, an dem am schnellsten Streitigkeiten entstehen. Die Deutschen lieben ihr Auto, und sollte es den kleinsten Kratzer abbekommen, so wird der Verursacher mit großer Sicherheit erst einmal vor Gericht gezerrt. Schaut man sich einmal die Mentalität anderer Nationen in Europa an, so wird man feststellen, dass die Liebe zum Automobil dort völlig anders geartet ist. In Italien beispielsweise wird sich kaum jemand daran stören, wenn ein anderer Verkehrsteilnehmer ihm aus Unachtsamkeit einen Kratzer in den Lack macht.
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Wie auch immer: wir Deutschen müssen uns damit abfinden, dass das Risiko sehr hoch liegt, zumindest einmal in seinem Autofahrerleben – absichtlich oder unabsichtlich – eine gerichtliche Streitigkeit aufgrund eines Vorkommnisses im Straßenverkehr verwickelt zu werden. Nun werden Sie vielleicht einwenden, dass Sie bereits eine Rechtsschutzversicherung abgeschlossen haben, die in solchen Fällen einspringen kann. Doch Vorsicht: eine normale Rechtsschutzversicherung schließt meist eine Haftung bei Versicherungsfällen, die ihren Ursprung im Straßenverkehr haben, kategorisch aus. Aufgrund der in der Einleitung genannten Tatsachen ist es eigentlich gar kein Wunder. Das Risiko für die Versicherungsgesellschaften bei rechtlichen Streitigkeiten, die ihre Ursache im Straßenverkehr haben, ist einfach zu hoch.

Für solche Fälle gibt es jedoch eine spezielle Verkehrsrechtsschutzversicherung, die genau diese Lücke im Versicherungsschutz schließt. Sie kann entweder als einzelne Versicherungsform abgeschlossen werden, viele Versicherer bieten sie jedoch auch im Paket zusammen mit einer normalen Rechtsschutzversicherung an. Welche Form dabei günstiger ist, kann nicht pauschal gesagt werden, sondern muss im jeweiligen Individualfall berechnet werden.

Leistungen einer Verkehrsrechtsschutzversicherung:

In der Regel bietet die Verkehrsrechtsschutzversicherung einen echten Rundumschutz. Sie vertritt den Versicherten also in rechtlichen Streitigkeiten aufgrund von Ereignissen im Straßenverkehr. Dabei ist es unerheblich, ob der Versicherte letztendlich der Schuldige ist, oder sein Gegner. Grundsätzlich übernimmt die Verkehrsrechtsschutzversicherung sämtliche Kosten, die aus einem Prozess entstehen. Dazu gehören die Gerichtskosten selbst, aber auch Kosten für Anwälte, Gutachter, das Vorladen von Zeugen etc. Auch Kosten für eine Vorab-Beratung durch einen Anwalt oder einen Kfz-Sachverständigen werden in der Regel von der Verkehrsrechtsschutzversicherung übernommen. So gesehen muss der Fall also gar nicht unbedingt vor Gericht gehen, damit die Versicherung mit ihrer Leistung einspringt.

Ein paar Einschränkungen muss der Versicherte jedoch auch bei einer Verkehrsrechtsschutzversicherung hinnehmen. Ergibt sich beispielsweise eine gerichtliche Auseinandersetzung aufgrund einer Autofahrt des Versicherten unter Alkohol- oder Drogeneinfluss, so wird die Verkehrsrechtsschutzversicherung die Kosten dafür nur eingeschränkt oder auch gar nicht übernehmen. Gleiches gilt, wenn der Versicherte grob fahrlässig gehandelt hat, die persönliche Sorgfaltspflicht also völlig außer Acht gelassen wurde. Auch für Fahrten, die unter berufliche Nutzung des Fahrzeugs fallen, ist eine private Verkehrsrechtsschutzversicherung grundsätzlich nicht zuständig. Dafür gibt es eigens eine gewerbliche Verkehrsrechtsschutzversicherung, die Freiberufler und Selbstständige abschließen können.

Fazit: Der Abschluss einer Verkehrsrechtsschutzversicherung lohnt sich zumindest für Menschen, die relativ viel mit ihrem Fahrzeug auf öffentlichen Straßen unterwegs sind. Auch wer betont vorsichtig fährt, obliegt immer dem Risiko, unverschuldet in einen Unfall verwickelt zu werden, woraufhin es zu einem Gerichtsprozess kommt. Falls die Unschuld bewiesen wird, zahlt zwar die Versicherung des Unfallgegners auch ohne bestehenden Verkehrsrechtsschutz für den anderen Verkehrsteilnehmer, doch längst nicht in allen Fällen kann eine Unschuld so einfach bewiesen werden. Eine bestehende Verkehrsrechtsschutzversicherung ist da ein gutes Ruhekissen!
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