Geldwerter Vorteil bei Firmenwagen – worauf achten?

Firmenwagen sind nicht nur praktisch um im Dienst von A nach B zu kommen, sondern bei Mitarbeitern auch aus anderen Gründen äußerst begehrt. Neben dem obligatorischen Image- und Motivationsgewinn lässt sich durch den Firmenwagen eine Menge Geld sparen. Aus Mitarbeitersicht entfallen die Kosten für Anschaffung, Benzin, Reparaturen sowie Versicherungen. Allerdings profitiert das Unternehmen ebenfalls. So sind die u. a. die Aufwendungen für Anschaffung und Unterhalt des Fahrzeugs als Betriebsausgaben steuerlich absetzbar.

Private Fahrten steuerpflichtig

Wer im Auftrag des Dienstherrn unterwegs ist, fährt entsprechend entspannt. Wird das Auto allerdings zusätzlich privat genutzt, muss der Mitarbeiter dieses Privileg als geldwerten Vorteil versteuern. Geldwerte Vorteile sind in der Regel Sachbezüge bzw. –leistungen, die der Arbeitnehmer durch seinen Arbeitgeber erhält. Die Sachbezüge gehören zum steuerpflichtigen Arbeitslohn sobald sie die Summe von 44 Euro pro Kalendermonat übersteigen. Bei einer Überlassung des Firmenwagens zum privaten Gebrauch, z. B. für Einkaufsfahrten oder Wochenendausflüge, liegt der geldwerte Vorteil sicherlich höher und ist entsprechend beim Finanzamt anzugeben. Achtung: Wird der Arbeitsweg mit dem Fahrzeug zurückgelegt, gilt das ebenfalls als private Fahrt.

1-Prozent-Regel vs. Fahrtenbuch

In der Regel lässt sich der zu versteuernde Privatanteil durch zwei Methoden ermitteln. In der „pauschalen“ Variant, der 1-Prozent-Regelung, wird monatlich ein Prozent vom Bruttolistenpreis des Firmenwagens auf das Einkommen zugeschlagen. Darüber hinaus addieren sich noch 0,03 Prozent pro Entfernungskilometer zum Arbeitsplatz hinzu. Als Alternative ist ein Einzelnachweis zulässig, d. h. für jede Dienst- oder Privatfahrt muss eine Auflistung in einem Fahrtenbuch erfolgen. Die Anforderungen an ein ordnungsgemäß geführtes Fahrtenbuch sind allerdings hoch, obwohl das zugehörige Gesetz eher vage bleibt (§ 8 Abs. 2 Satz 4 EStG). Stattdessen greifen vielfach Urteile des Bundesfinanzhofs sowie Regeln der Finanzverwaltungen. Relevant für den Nachweis einer Dienstfahrt im Fahrtenbuch sind bspw. Datum, Ziel, Kilometerstand bei Fahrtantritt und –ende, Zweck der Fahrt sowie der Name des Geschäftspartners. Für Privatfahrten reicht hingegen meist die Angabe der gefahrenen Kilometer. Welche Variante letztlich für den einzelnen Arbeitnehmer günstiger ausfällt, hängt von der individuellen Kilometerleistung ab. Grundsätzlich gilt: Wer den Firmenwagen häufig und umfangreich privat nutzt, kommt mit der 1-Prozent-Regelung günstiger davon. Wird das Fahrzeug nur gelegentlich außerhalb des Dienstbereichs verwendet, lohnt ein Fahrtenbuch (siehe Beispielrechnung).

1-Prozent-Regel Fahrtenbuch
Listen-/Kaufpreis Je 36.000 Euro
    Anteil der km Privat>Dienst Dienst>Privat
1 % x 12 Monate 4.320 Euro Kilometer pro Jahr 20.000 km 20.000 km
Arbeitsfahrt
0,03 % vom Listenpreis
x 25 Kilometer x 12 Monate
1.080 Euro Privatfahrten pro Jahr 12.000 km 5.000 km
    Kfz-Kosten pro Jahr 10.000 Euro 10.000 Euro
Steueranteil 4.400 Euro Steueranteil 6.000 Euro 2.500 Euro
Steuer (42 %) 1.848 Euro Steuer (42 %) 2.520 Euro 1.050 Euro

Günstige Extras

Bei der Verwendung der 1-Prozent-Regel wird nicht nur der Bruttolistenpreis des Fahrzeugs, sondern auch die Sonderausstattung steuerlich berücksichtigt. Allerdings gilt dieses Prinzip laut einem Gerichtsurteil des Bundesfinanzhofs von 2010 nur für Sonderausstattung vom Hersteller (Az. VI R 12/09). Nicht werksseitig implementierte Elemente sollten den geldwerten Vorteil nicht erhöhen. Demzufolge kann sich der Verzicht auf teure Extras als deutlich günstiger für den Arbeitnehmer herausstellen.

Versicherungsvergleich

Frage & Antworten

Natalia Schmitt fragte am 24.09.2013 um 16:58:02

Mein Mann hat meinen Dienstwagen benutzt. Ich selbst bin Geschäftsführerin einer GmbH. Im Vertrag stand nur, dass ich den Pkw privat nutzen darf. Mehr nicht Der Pkw ist vollkaskoversichert. Wer muss jetzt die Reparaturkosten bezahlen? Hat dieGmbH einen Schadensersatzanspriuch gegen mich?

  1. Redaktion antwortete am 1.10.2013 um 12:12:44

    Die rechtliche Frage kann Ihnen nur ein Anwalt unter Kenntnis aller Details beantworten. Grundsätzlich ist es natürlich so, dass Sie gegen die Auflagen verstoßen haben, die mit der Nutzung des Dienstwagens verbunden waren. Allerdings gibt es bei solchen Klauseln auch Einschränkungen: wenn Sie als alleinige Fahrerin nicht mehr fahrtauglich sind, kann ein anderer den Wagen in Ihrem Beisein bewegen ohne dass der Versicherungsschutz erlischt. Die Frage in Ihrem Fall ist, ob die Kaskoversicherung überhaupt für den Schaden aufkommt. Wenn ja, sollte in aller Regel nur die Selbstbeteiligung gegen Sie geltend gemacht werden können. Wenn nein, kann die Firma unter Umständen die gesamten Reparaturkosten geltend machen. Das bezieht sich aber nur auf den Fall, dass Ihnen grobe Fahrlässigkeit unterstellt werden kann.

Ronny Hoffmann fragte am 24.09.2013 um 9:56:09

Ich habe seit ca. 1Jahr ein Firmenwagen mit der Ein-Prozent-Regel .Allerdings ist in meinen Vertrag eine geringfügige Privatnutzung (mal zum einkaufen) möglich. Ebenso steht in dem Vertrag drin, das ein Fahrtenbuch zu führen ist. Ist dies Rechtens ???

  1. Redaktion antwortete am 1.10.2013 um 12:15:45

    Entweder Sie führen ein Fahrtenbuch oder Sie versteuern die private Nutzung Ihres Firmenwagens pauschal mit 1 Prozent vom Bruttolistenpreis. Letztere Regel dient je gerade dazu, kein Fahrtenbuch führen zu müssen. Es kann allerdings sein, dass die ersten Monate ein Fahrtenbuch geführt werden muss, um gegenüber dem Finanzamt die mehrheitliche Nutzung des Wagens für dienstliche Zwecke nachzuweisen. Eine solche Auflage seitens Ihres Arbeitgebers wäre dann unserer Meinung nach in Ordnung, die unbegrenzt gültige Auflage zur Führung eines Fahrtenbuches bei Versteuerung der Privatnutzung nach der Ein-Prozent Regel hingegen nicht.

Knut Mohr fragte am 28.08.2013 um 12:08:37

Meine Frau hat mit meinem Dienstwagen einen Unfall verursacht (gemeinsame und private Nutzung ist erlaubt). Das Auto ist Vollkasko versichert mit 1000 € Selbstbeteiligung. Meine Firma hat nun die 1000 € Selbstbeteiligung und zusätzlich die Mehrwehrtsteuer auf den entstandenen Schaden (=ca. 7.500 €) als Geldwerten Vorteil bei mir abgezogen obwohl sie als Firma vorsteuerabzugsberechtigt ist. Ist das rechtens?

  1. Redaktion antwortete am 5.09.2013 um 12:27:57

    Die Mehrwertsteuer auf den entstandenen Schaden gehört Ihnen ganz sicher nicht in Rechnung gestellt, denn auch diese bekommt Ihre Firma ja vom Versicherer erstattet. Unter http://www.steuertipps.de/beruf-job/einnahmen-lohn-gehalt/unfall-mit-dem-firmenwagen-neue-steuerregeln etwa können Sie nachlesen, wie die steuerliche Behandlung von Unfallkosten bei einem Firmenwagen seit 2011 geregelt ist.

Volker Bringmann fragte am 1.08.2013 um 8:45:42

Ich habe zum 15.6.2013 ein neues Arbeitverhältnis mit Übernahme eines Dienstwagen begonnen. Wird der geldwerte Vorteil anteilig oder für den gazen Monat berechnet.?

  1. Redaktion antwortete am 2.08.2013 um 11:30:37

    Auch bei Übernahme eines Dienstwagens mitten im Monat wird der geldwerte Vorteil für den ganzen Monat berechnet.

Eric Marshall fragte am 2.06.2013 um 22:02:05

Ich weiß, dass ein Wechsel von Geldwerter Vorteil zu Fahrtenbuch nicht möglich ist. Zumindest sollte man am Anfang eines Jahres dies mit der Lohnbuchhaltung klären, damit die Versteuerung in den Gehaltsabrechnungen stimmt. Ich habe die 1% gewählt. Wenn ich bei meinen Gehaltsabrechnungen die 1% Fahrzeugpreis und die 0,03% auf die Entfernungskilometer versteuere, habe ich mir somit die private Nutzung des Firmenfahrzeuges ermöglicht. Dies macht Sinn bei einem größeren Anteil der privaten Fahrten. Wenn ich zur Kontrolle dieser Entscheidung (Geldwerter Vorteil) trotzdem ein Fahrtenbuch führe, und ich am Jahresende die Privatfahrten errechne, komme ich auf das Ergebnis, daß ich mit Fahrtenbuch besser gefahren wäre. Ich habe gehört, daß ich bei der EST-Erklärung das Fahrtenbuch mit den ausgewiesenen Privatfahrten und den Fahrten ins Büro vorlegen kann, damit dann die privaten Km mit 0,30€ zu versteuern sind. Der Geldwerter Vorteil wird dann wieder aus dem zu versteuerndem Enkommen heraus gerechnet. Hierbei sei die Form des Fahrenbuches scheinbar nicht so bindend vorgeschrieben (EDV-Listen seinen möglich). Auch stellt sich mir die Frage, wie ich das in der Steuererklärung unterbringe. Eigentlich müßte ich den monatlich versteuerten Geldwerten Vorteil beim Steuerbrutto heraus rechnen und die Privatnutzung mit 0,30€ und die Fahrten ins Büro mit 0,30 oder 0,15€ in der Steuererklärung angeben. Ich habe das für die 2012-er ESt berechnet. Ich fahre wirklich besser mit dem Fahrtenbuch. Kleiner Privatanteil und hoher Listenpreis sprechen für diese Version. Kann jemand das bestätigen? Und Tips geben für die Erfassung der Daten in der Steuererklärung?

  1. Redaktion antwortete am 3.06.2013 um 12:26:02

    Natürlich können Sie von der Ein-Prozent Regel (geldwerter Vorteil) zum Fahrtenbuch wechseln - nur eben nicht innerhalb eines laufenden Kalenderjahres! Als Arbeitnehmer können Sie den Wechsel der Berechnungsmethode im Rahmen Ihrer Steuererklärung geltend machen, denn dabei sind Sie nicht an das vom Arbeitgeber für die Berechnung der Lohnsteuer gewählte Verfahren gebunden. Genauere Auskünfte erteilt Ihnen mit Sicherheit ein Steuerberater in Ihrer Nähe.

Thomas Stephan fragte am 25.04.2013 um 9:56:53

Ihre letzte Antwort war: Da der geldwerte Vorteil eines Firmenwagens beim Arbeitnehmer monatlich berechnet wird und mit der Rückgabe des Wagens auch innerhalb eines Kalenderjahres entfallen kann, können Sie aus dieser Regelung auch im laufenden Kalenderjahr aussteigen. Die Aussage Ihres Arbeitgebers ist also falsch, denn wenn Sie keinen Firmenwagen mehr führen, kann Ihnen auch kein geldwerter Vorteil mehr berechnet werden. Wenn Sie den Wagen an Ihren Arbeitgeber zurückgeben, haben Sie doch sicher ein Übergabeprotokoll oder einen entsprechenden Vermerk bekommen. Dieser ist an die für die Lohnabrechnung zuständige Stelle weiterzuleiten, damit selbige bei der Berechnung Ihres Lohnes den geldwerten Vorteil ab dem Zeitpunkt nicht mehr abrechnet, ab dem Sie den Dienstwagen nicht mehr geführt haben. Wenn Sie den Dienstwagen nach wie vor führen - aber nur noch für rein dienstliche Zwecke nutzen - dann hat Ihr Arbeitgeber recht, denn ein Wechsel zwischen Ein-Prozent-Regel und Fahrtenbuchmethode ist während eines laufenden Kalenderjahres nach derzeitiger Rechtsprechung nicht möglich. Aus Ihrer Frage geht leider nicht hervor, ob Sie den Dienstwagen generell zurückgegeben oder nur die Nutzung auf rein dienstliche Zwecke eingeschränkt haben. Ich habe das Fahrzeug noch und werde die Nutzung auf rein dienstliche Zwecke beschränken. Da ich aber von Anfang an ein Fahrtenbuch geführt hatte, kann ich bei meiner Lohnsteuererklärung anstatt über die 1Prozent-Regelung eine Abrechnung über die gefahrenen Kilometer abrechnen. Vielen Dank für Ihre Mühe und dann hat mei AG leider doch recht. Mit freundlichem Gruß Thomas Stephan

Thomas Stephan fragte am 24.04.2013 um 8:19:03

Ich hatte folgende Frage gestellt: Ich möchte aus der Geldwerte-Vorteilregel wieder raus, da ich mir einen privaten PKW angeschafft habe. Wie ist dies möglich? Ihre Antwort war: In dem Moment, in dem Sie einen privaten PKW haben und kein Firmenwagen mehr für Privatzwecke genutzt wird, muss Ihr Arbeitgeber die Hinzurechnung desselben als geldwerten Vorteil aufheben. Dazu genügt in der Regel eine Mitteilung an das zuständige Lohnsteuerbüro durch Ihren Arbeitgeber. Auf jeden Fall sollten Sie sich die Rückgabe des Dienstwagens bzw. die Änderung der Nutzung durch ihren Arbeitgeber bestätigen lassen. Dies hatte ich auch bereits bei meinem Arbeitgeber telefonisch versucht, mit der Antwort, dass dies nur zum Jahreswechsel gehen würde. Letzendlich bleibt mir doch dann nur, dies schriftlich zu tun und bei meiner Lohnsteuererklärung anzugeben. Oder gibt es noch eine andere Möglichkeit? Vielen Dank im Voraus, mit freundlichem Gruß Thomas Stephan

  1. Redaktion antwortete am 25.04.2013 um 9:27:26

    Da der geldwerte Vorteil eines Firmenwagens beim Arbeitnehmer monatlich berechnet wird und mit der Rückgabe des Wagens auch innerhalb eines Kalenderjahres entfallen kann, können Sie aus dieser Regelung auch im laufenden Kalenderjahr aussteigen. Die Aussage Ihres Arbeitgebers ist also falsch, denn wenn Sie keinen Firmenwagen mehr führen, kann Ihnen auch kein geldwerter Vorteil mehr berechnet werden. Wenn Sie den Wagen an Ihren Arbeitgeber zurückgeben, haben Sie doch sicher ein Übergabeprotokoll oder einen entsprechenden Vermerk bekommen. Dieser ist an die für die Lohnabrechnung zuständige Stelle weiterzuleiten, damit selbige bei der Berechnung Ihres Lohnes den geldwerten Vorteil ab dem Zeitpunkt nicht mehr abrechnet, ab dem Sie den Dienstwagen nicht mehr geführt haben. Wenn Sie den Dienstwagen nach wie vor führen - aber nur noch für rein dienstliche Zwecke nutzen - dann hat Ihr Arbeitgeber recht, denn ein Wechsel zwischen Ein-Prozent-Regel und Fahrtenbuchmethode ist während eines laufenden Kalenderjahres nach derzeitiger Rechtsprechung nicht möglich. Aus Ihrer Frage geht leider nicht hervor, ob Sie den Dienstwagen generell zurückgegeben oder nur die Nutzung auf rein dienstliche Zwecke eingeschränkt haben.

Thomas Stephan fragte am 23.04.2013 um 12:16:17

Ich möchte aus der Geldwerte-Vorteilregel wieder raus, da ich mir einen privaten PKW angeschafft habe. Wie ist dies möglich?

  1. Redaktion antwortete am 23.04.2013 um 14:28:34

    In dem Moment, in dem Sie einen privaten PKW haben und kein Firmenwagen mehr für Privatzwecke genutzt wird, muss Ihr Arbeitgeber die Hinzurechnung desselben als geldwerten Vorteil aufheben. Dazu genügt in der Regel eine Mitteilung an das zuständige Lohnsteuerbüro durch Ihren Arbeitgeber. Auf jeden Fall sollten Sie sich die Rückgabe des Dienstwagens bzw. die Änderung der Nutzung durch ihren Arbeitgeber bestätigen lassen.

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