Statistiken zur Kfz-Versicherung in Deutschland

An Statistiken scheiden sich seit jeher die Geister. Die einen finden sie spannend und aufschlussreich, andere dagegen halten sie einfach nur für langweilig. Sicherlich können wir im Rahmen dieser Webseite nicht die Wünsche jedes einzelnen Nutzers befriedigen, doch die Zahl der Menschen, die an entsprechenden Statistiken zur Kfz-Versicherung in Deutschland interessiert sind, nimmt immer weiter zu.

Um das Ganze nicht so langweilig zu machen, möchten wir Ihnen die Statistiken jedoch nicht einfach nur als schlichte Tabellen präsentieren, sondern in Form von informativen Textinhalten, so dass wir auch etwas genauer auf die einzelnen Zahlen eingehen können.

Schaut man sich die Entwicklung der Beitragseinnahmen für die Kfz-Versicherung in Deutschland an, so wird man einen kontinuierlichen Rückgang feststellen, der nun schon seit rund fünf Jahren anhält. Von ehemals über 22 Milliarden € Gesamt-Beitragseinnahmen sind im Jahr 2010 nur noch knapp über 20 Milliarden € übrig. Die Versicherer nehmen also insgesamt weniger Beiträge im Kfz-Bereich ein.

Woran könnte das liegen?

Im Zuge der allgemeinen Wirtschaftskrise, die nun auch schon einige Jahre anhält, haben etliche Menschen persönliche Sparmaßnahmen getroffen, zum Beispiel den Zweitwagen abgeschafft oder sich schlicht und einfach nach einer günstigeren Versicherung umgesehen. All diese Punkte sorgen dafür, dass die Gesamteinnahmen an Versicherungsbeiträgen im Kfz-Bereich immer weiter sinken.
Diesen Mindereinnahmen bei den Beiträgen stellen wir nun die durchschnittlichen Kosten eines Autounfalls in Deutschland gegenüber. Sie haben sich seit etwa 25 Jahren nach und nach immer weiter erhöht. In Zahlen bedeutet das: Betrug im Jahr 1980 der durchschnittliche Kfz-Haftpflichtschaden noch circa 1.950 €, so liegt dieser im Jahr 2010 bereits bei mehr als 3.500 €. Bei den Schadenhöhen der Kaskoversicherungen sieht es übrigens ganz ähnlich aus.
Versicherungsvergleich
An diesem Beispiel erkennt man sehr gut das Dilemma der Autoversicherungen in Deutschland. Während der Beitragseinnahmen immer weiter sinken, steigen die Kosten für jeden einzelnen Schadensfall teilweise extrem an. Kein Wunder, dass in den vergangenen Jahren bereits einige Versicherungsgesellschaften das Geschäft mit den Kfz-Versicherungen aufgeben mussten oder sogar ganz in Konkurs gingen.

Interessant ist auch eine Statistik, die den Zusammenhang des immer weiter wachsenden Fahrzeugbestands in Deutschland mit den ebenfalls zwangsläufig steigenden Unfallzahlen darstellt. So hat sich der Bestand an Kraftfahrzeugen in Deutschland seit 1980 weiter mehr als verdoppelt, die Anzahl der Schadensfälle ist allerdings nur ganz leicht angestiegen. Dies liegt vor allem daran, dass in Deutschland in den vergangenen Jahren und Jahrzehnten viel getan wurde, um den Straßenverkehr sicherer zu machen. Daran haben natürlich auch die Assistenzsysteme in den Fahrzeugen ihren Anteil, zum Beispiel das Antiblockiersystem oder auch das Elektronische Stabilitätsprogramm.

Gleichzeitig hat sich übrigens auch das Können der Autofahrer in Deutschland verbessert. Schaut man sich die Entwicklung der Personengruppe an, die bereits seit 18 oder mehr Jahren völlig schadenfrei im Straßenverkehr unterwegs sind, so wird man erkennen, dass diese Anzahl der Autofahrer von ehemals knapp über 30% auf mittlerweile mehr als 37% gestiegen ist.

Fazit: Betrachtet man die Anzahl der Schadensfälle in Deutschland und setzt diese in Relation zum Fahrzeugbestand, so ergibt sich ein durchaus positives Bild. Trotz einer heute enorm hohen Fahrzeugdichte gibt es vergleichsweise wenig Unfälle. Ein anderes Thema ist allerdings das Dilemma der Versicherer: sie nehmen immer weniger Beiträge von ihren Kunden ein, müssen dafür aber immer höhere Schadensbeträge ersetzen. Wo dies in Zukunft hinführen soll, ist noch völlig unklar.